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Buchtipp: Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid von Fredrik Backman

16. September 2015

Ein siebenjähriges Mädchen, das Wikipedia, Harry Potter und ihre Oma über alles liebt. Elsas Leben ist vermutlich nicht das typische Leben eines Kindes. Aber Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid von Fredrik Backman ist auch kein typischer Roman. Denn der Wortwitz und der Intellekt mit der Elsa ihrer Umwelt begegnet, ist Leseunterhaltung pur!

Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid
(c) S. Fischer Verlag

Titel: Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid – Autor: Fredrik Backman – Erscheinungsjahr: 2015 – Verlag: Fischer Krüger – Seiten: 464

Im Mittelpunkt dieser berührenden und zugleich lustigen Geschichte steht die siebenjährige Elsa, die in der Schule von den anderen Kindern gemobbt wird und deren einzige Freundin ihre Oma ist. Diese lässt sich so einiges einfallen, um ihre Enkeltochter auf andere Gedanken zu bringen. So nimmt sie Elsa etwa jeden Abend vor dem schlafen gehen auf den Wolkentieren mit ins Land Fast-noch-wach nach Miamas, einer Fantasiewelt, die Elsas Oma im Laufe der Jahre „erbaut“ hat. Die Grundlagen für ihre Heldengeschichten aus Miamas und den anderen Königreichen entnimmt Elsas Oma ihrem und Elsas Alltag mit ihren Nachbarn. Denn Elsa wohnt mit ihrer Mutter und deren Lebensgefährten im selben Wohnhaus wie Oma, und dessen übrige Bewohner haben so einiges zu verbergen, wie sich im Laufe der Geschichte zeigt.

Was Elsa nicht weiß, ihre Oma ist krank. Damit Elsa aber auch nach dem Ableben ihrer besten Freundin beschäftigt und von den Sticheleien des Schulalltags abgelenkt ist, entwirft ihre Oma einen ausgeklügelten Plan. Sie schickt Elsa auf eine Schatzsuche in der wirklichen Welt, die an ihrem Sterbetag beginnt. Fortan muss Elsa den verschiedensten Menschen Briefe bringen, in denen sich ihre Oma entschuldigt. Bald kommt die Siebenjährige drauf, dass ihre Oma Zeit ihres Lebens ganz schön viel erlebt und vielen Menschen geholfen hat. Dafür musste sie aber Abstriche machen – wie Elsa von ihrer Mutter erfährt. Schnell entwickelt sich Elsas Schatzsuche zu einem Kampf gegen einen gefürchteten Schatten aus Miamas, ihr zur Seite stehen aber der Wors (ein riesiger Hund) sowie Wolfsherz, ein Krieger aus Miamas beziehungsweise ehemaliger Soldat in der Realität.

Backmanns Geschichte rund um die kleine Elsa und ihre Oma haben mich erst nach knapp 100 Seiten gefesselt. Anfangs brauchte ich etwas, um in die Geschichte hineinzukommen. Denn so richtig Fahrt nimmt die Story erst mit dem Beginn von Elsas Schatzsuche auf. Das Buch ist aus Elsas Perspektive geschrieben, dabei ist ihre Sicht der Dinge auf das Leben besonders unterhaltend. Jemand der Harry Potter oder Wikipedia nicht kennt? Für Elsa eine Unverständlichkeit. Und auch wie manch einer keine Ahnung von Spiderman, X-Men und Co. haben kann, versteht die intelligente Siebenjährige, die nicht müde wird zu betonen, dass sie ja schon fast acht ist, nicht.

Je weiter man in der Geschichte fortschreitet, umso klarer wird, wie die Schicksale der einzelnen Bewohner mit Elsas Oma zusammenhängen und welchen Zweck Omas Schatzsuche hat. Und das Oma beim Erzählen ihrer Märchen Anleihen an der wirklichen Welt (und Harry Potter) genommen hat, wird auch Elsa bald klar. Mir als Leser hat diese Verknüpfung von Fantasiewelt und wirklicher Welt große Freude bereitet, denn sowohl die Geschichten aus Miamas, als auch die Schicksale der Bewohner berühren beim Lesen. Mit der Zeit sind einem alle Charaktere so vertraut, dass man gegen Ende – dem Kampf gegen den Schatten – richtig mitfiebert.

Mein Fazit

Oma lässt grüßen und sagt es tut ihr leid bietet pures Lesevergnügen! Nachdem man sich an den Erzählstil gewöhnt hat, will man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen! Die Geschichte ist zugleich ergreifend (bei Omas letzten Brief musste ich die eine oder andere Träne wegwischen), unterhaltsam (Elsa brachte mich mehrere Male lauthals zum Lachen) und spannend – alles was es für einen perfekten Lesegenuss braucht.

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