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Buchtipp: Das Mädchen, das verstummte von Hjorth und Rosenfeldt

Es gibt zur Zeit meiner Meinung nach einfach keine besseren Krimis als die Bücher von Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt. So war es also längst überfällig, den vierten Band der Reihe um den Kriminalpsychologen Sebastian Bergmann zu lesen beziehungsweise zu verschlingen.

Lesen - Hjorth und Rosenfeldt - Das Mädchen, das verstummte
(c) Rowohlt

 

Titel: Das Mädchen, das verstummte – Autoren: Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt – Erscheinungsjahr: 2014 – Seiten: 592 – Verlag: Rowohlt

Wie bereits in Der Mann, der kein Mörder war, Die Frauen, die er kannte und Die Toten, die niemand vermisst arbeitet Sebastian Bergmann auch in Das Mädchen, das verstummte gemeinsam mit der Reichsmordpolizei an einem besonders komplizierten Fall. Die Ereignisse setzen ein paar Wochen nach den Geschehnissen im Vorgängerbuch ein, die Gruppe um die Ermittler ist durch Ursulas Unfall und Vanjas privaten Problemen sowie ihrer damit einhergehenden Verschlossenheit ein Stück weit auseinandergedriftet. Der Fall um den Mord an der Familie Carlsten bringt allen Mitgliedern der Reichsmordkommission die erwünschte Ablenkung. Die Frage, welcher der Bewohner des kleinen Ortes Torsby das Ehepaar und seine zwei kleinen Söhne ermordet hat, sowie die Suche nach dem zehnjährigen Mädchen, das die Morde hautnah mit angesehen hat, fesselten mich wieder um einiges mehr als der Fall in Die Toten, die niemand vermisst.

Was sich in den letzten Büchern bereits angedeutet hat, wird nun Wirklichkeit. Sebastian Bergmann, der geniale Psychologe, der mit allen und jedem auf Konfrontation aus ist, hat auch eine menschliche und weiche Seite. Nicole, die einzige Zeugin der Morde, berührt sein Herz. Er macht es sich zur Aufgabe ihr über das Trauma hinwegzuhelfen und mit ihrer Hilfe den Mörder der Carlstens zu fassen. Unweigerlich driftet er jedoch in eine Fantasie ab, die ihn, Nicole und ihre Mutter Maria als künftige Familie sieht.

Gleichzeitig zum Fall und den wieder erwachten Gefühlen in Sebastian Bergmann dreht sich das Buch, zwar nur mittels kurzer Nebenerzählsträngen, auch um das Gefühls- und Beziehungsleben der anderen Figuren. Diese Ausflüge kamen meiner Meinung nach zu kurz. Vor allem die Story um Billy und seine Hochzeit mit My, seine Gefühle für Jennifer sowie das Trauma, dass er nach den tödlichen Schüssen auf zwei Kriminelle offenbar hat, hätten ruhig etwas mehr Platz einnehmen können. Auch Ursula kam meiner Meinung nach viel zu kurz, was aber vermutlich daran liegt, dass sie dieses Mal aufgrund der Ereignisse in Die Toten, die niemand vermisst kein Mitglied des Ermittlerteams war.

Mein Fazit

Nichtsdestotrotz ist Das Mädchen, das verstummte ein packender Krimi, den man kaum aus den Händen legen kann. Hjorth und Rosenfeldt lassen einen wie in den Vorgängerbüchern mit offenem Mund und Staunen zurück. Ich hoffe, die Zeit bis zum nächsten Teil vergeht schnell. Denn mit diesem Ende sind uns die Herren einfach noch ein weiteres Rendezvous mit Sebastian Bergmann schuldig. Die angefangenen Dinge nicht aufzulösen wäre meiner Meinung nach eine Folter für jeden Fan.

Meine Bewertung: 5 von 5 Lesezeichen

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