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Buchtipp: Gerhard Loibelsbergers Nechyba-Reihe

Geschichte, Wien, Hausmannskost und Kriminalfälle – mit diesen Worten kann man die Nechyba-Reihe des Wiener Autors Gerhard Loibelsberger beschreiben. Der korpulente Inspector Joseph Maria Nechyba, der im Wien des 20. Jahrhunderts ermittelt, weiß einen zu unterhalten und der Lösung der Fälle entgegenfiebern.

Man begleitet ihn auf seinen Spaziergängen durch Wien, erfährt, wie er sein Erdäpfelgulasch kocht, begleitet ihn in Wiener Kaffeehäuser und beim Tarock spielen. Nebenbei löst Inspector Nechyba natürlich den einen und anderen Kriminalfall.

Nechyba-Reihe von Gerhard Loibelsberger
(c) Gmeiner Verlag

Das erste Buch Die Naschmarkt-Morde spielt im Jahr 1903. Auf dem Naschmarkt wird eine junge Gräfin brutal ermordet. Kurze Zeit später geschieht bereits der nächste Mord. Die Presse, unter anderem auch Nechybas Freund Leo Goldblatt, macht ihm Druck, den Mörder rasch zu finden.

Fünf Jahre später, 1908, sucht Inspector Nechyba in Reigen des Todes nach dem verschwundenen Oberstleutnant Vestenbrugg und gerät in die Welt des sündigen Wien. Auch hier spielt Gerichtsredakteur Leo Goldblatt wieder eine tragende Rolle, findet er doch am Ufer des Donaukanals einen abgetrennten Unterarm.

In Mord und Brand, das im Jahr 1911 spielt, hält ein Großbrand auf dem Wiener Nordwestbahnhof die Stadt in Atem. Doch damit nicht genug. Unter den Schaulustigen wird ein Mann zu Tode geprügelt. Inspector Nechyba, mittlerweile verheiratet, ermittelt gegen zwei Größen der Wiener Unterwelt und gerät somit selbst in Gefahr.

Nechyba-Reihe von Gerhard Loibelsberger
(c) Gmeiner Verlag

Während Joseph Maria Nechyba zu beginn von Todeswalzer seine Tage gerade auf Kur verbringt, wird 1914 nicht nur Erzherzog Franz Ferdinand ermordet sondern auch ein junger Mann. Als Nechyba nach Wien zurückkehrt kommt er einem Serienmörder auf die Spur, der im Wiener Rotlichtmilieu sein Unwesen treibt.

Der titelgebende Henker von Wien treibt 1916 sein Unwesen in Wien. Während es aufgrund des Krieges in Wien zu Lebensmittelengpässen kommt beginnt ein Schleichhändler seine Konkurrenten aus dem Weg zu räumen. Abermals gerät Nechyba selbst in Gefahr.

In Kaiser, Kraut und Kiberer begleitet man den Inspector nicht nur in Wien sondern auch in Venedig, in Freiburg oder im Weinviertel. Außerdem lernt der Leser hier Joseph Maria Nechyba auch etwas genauer kennen. Natürlich kocht er auch, so wie in allen anderen Büchern.

Gerhard Loibelsberger versteht es gekonnt, historische Fakten mit Charme und Witz sowie spannenden Fällen zu kombinieren. Die Bücher bieten sowohl Spannung als auch Unterhaltung, immer wieder muss man ob Nechybas Art und Weise, manche Dinge anzugehen, etwa das Herz einer Frau zu gewinnen, schmunzeln. Wer ein Fan von Wien ist, oder es noch werden will, schrullige Charaktere mag und sich für Krimis mit historischem Touch begeistern kann, dem kann ich die Nechyba-Reihe von Gerhard Loibelsberger wärmstens empfehlen!

Gerhard Loibelsberger Nechybas Wien
(c) Gmeiner Verlag

Allen, die auf den Spuren Nechybas wandeln wollen, kann ich zudem auch zum Buch Nechybas Wien raten. Hier beschreibt Gerhard Loibelsberger 33 Lieblingsspaziergänge des Inspectors und zieht auch Parallelen zu den Büchern sowie dem alten und neuen Wien. Die Spaziergänge führen beispielsweise durch den Botanischen Garten, den St. Marxer Friedhof, den Lainzer Tiergarten, den Schönbrunner Schlosspark oder nach Mauer.

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