Polen

Reisebericht: Vier Tage in Krakau

6. Mai 2017
Marienkirche Krakau

Die zweitgrößte Stadt Polens ist klein aber fein! In der ehemaligen Stadt der polnischen Könige reiht sich ein wunderschönes Gebäude ans nächste, die Auswahl an einladenden Restaurants ist riesig und die polnischen Spezialitäten könnten nicht schmackhafter sein. Kurz gesagt: Krakau ist das ideale Ziel für ein verlängertes Wochenende!

Mit dem Auto erreicht man Krakau von Wien aus in circa fünf Stunden – gerade noch eine annehmbare Zeit, wie ich finde. Die 760.000 Einwohner zählende Stadt an der Weichsel ist vor allem für seine Altstadt mit dem großen Marktplatz sowie dem Wawel bekannt.

Stare Miasto – die Altstadt Krakaus

Das Zentrum Krakaus bildet Stare Miasto, die historische Altstadt. Hier finden sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, zahlreiche Lokale und Restaurants sowie Hotels. Zentraler Punkt der Altstadt ist der Rynek Glowny, der Marktplatz, mit den Tuchhallen. Fast alle Straßen innerhalb der Altstadt führen sprichwörtlich dorthin. Ich weiß gar nicht, wie oft wir beim Schlendern durch die Stadt immer wieder am Platz angekommen sieht. Das stört aber keineswegs, da er wirklich beeindruckend ist. Setzt man sich in eines der zahlreichen Cafés fühlt man sich an Italien erinnert.

Stare Miasto Krakau
Ulica Kanonicza
Stare Miasto Krakau
St.-Peter-und-Paul-Kirche
Stare Miasto Krakau
Ulica Florianska

Direkt am Rynek Glowny befindet sich Kosciol Mariacki, die Marienkirche. Ein wahrlich beeindruckender Bau, der mit seinen zwei Türmen alle Blicke auf sich zieht. Den Eingangsbereich der Kirche kann man kostenlos betreten, für alles weitere muss man ein Ticket kaufen. Gerne wäre ich auf den Turm der Kirche gestiegen, da dieser eine herrliche Aussicht auf den Marktplatz und die Stadt bieten soll. Leider waren die Tickets aber beide Male, als wir es versuchten, ausverkauft. Stattdessen entschieden wir uns für den Besuch des Rathausturms, dieser befindet sich am anderen Ende des Rynek Glowny. Dieser ist zwar nicht ganz so hoch wie jener der Marienkirche, bietet aber ebenfalls eine schöne Sicht.

Kosciol Mariacki Krakau
Kosciol Mariacki
Rathausturm Krakau
Rathausturm

Aussicht Rathausturm Krakau

Aussicht Rathausturm Krakau

Aussicht Rathausturm Krakau

Wie gesagt finden sich rund um den 200 mal 200 Meter großen Marktplatz (übrigens der größte mittelalterliche Platz Europas) zahlreiche Restaurants, die sowohl polnische als auch internationale Küche bieten. Obwohl man sich hier mitten im Zentrum, am touristischsten Ort der Stadt befindet, sind die Preise günstiger als in Österreich. Im Cafe Europejska (Rynek Główny 35) etwa gibt es ausgezeichnete Pierogi! Aber auch die Enoteka Pergamin (Grodzka 39), hier stehen italienisch-polnische Speisen auf der Karte, sowie die Pierogarnia Krakowiacy (Szewska 23), hier stehen Pierogi in pikanten und süßen Varianten auf dem Speiseplan, sind absolut empfehlenswert.

Rynek Glowny Krakau
Tuchhallen

Cafe Europejska Pierogi Krakau

Die Stadt wurde im Mittelalter von einer breiten Mauer mit Wehrtürmen geschützt. Noch heute sind Teile der Mauer und einige dieser Türme erhalten. Am beeindruckendsten ist der Barbakane am nördlichen Eingang der Stadt. Aber auch das Florianstor, gleich in unmittelbarer Nähe des Barbakane, kann sich sehen lassen. Man merkt schon, Fotomotive gibt es in Krakau wahrlich genug!

Barbakane Krakau
Barbakane
Florianstor Krakau
Florianstor

Planty – der grüne Gürtel Krakaus

Heute umgibt die vier Kilometer lange Grünanlage Planty die Krakauer Alstadt. Bei einem Spaziergang entlang der Parkanlage mit Teichen, Alleen und zahlreichen Skulpturen lernt man die ruhige Seite der Stadt kennen. Zudem ist sie der ideale Ort, um sich kurz auf einer Bank niederzusetzen und die Füße vom vielen Sightseeing auszuruhen.

Planty Krakau

Planty Krakau

Fans von Baumkuchen sollten unbedingt der Chimney Cake Bakery (Basztowa 26A) in der Nähe des Barbakane einen Besuch abstatten. Hier gibt es die böhmische Spezialität in zahlreichen Varianten, etwa mit Nutella oder Karamell sowie mit Eis. Das lässt Herzen höher schlagen!

Chimney Cake Bakery Krakau

Der Wawel – die ehemalige Residenz der polnischen Könige

Die südliche Altstadt wird vom Wawel, dem ehemaligen Sitz der polnischen Könige, dominiert. Bereits von unserem Hotelzimmer aus, dem Ibis Centrum Krakow, ist der beeindruckende Hügel mit seiner Kathedrale und dem Schloss sichtbar. Der Wawel ist neben dem Marktplatz der zweite touristische Hotspot der Stadt. Neben der Katedra Sw. Stanislawa I Waclawa, der Wawel-Kathedrale, die man gratis besuchen kann, befinden sich in der Burganlage auch das Königliche Schloss sowie die sogenannte Drachenhöhle. Spaziert man vom Wawel in Richtung Stare Miasto sollte man unbedingt durch die Ulica Kanonicza gehen, hier ist jedes Haus einen genaueren Blick wert!

Wawel Krakau

Katedra Sw. Stanislawa I Waclawa Krakau
Katedra Sw. Stanislawa I Waclawa
Schloss Wawel Krakau
Königliches Schloss

Wawel Krakau

Kasimierz – die hippe Seite Krakaus

Einen ganz eigenen Charakter hat der Stadtteil Kasimierz. Das jüdische Viertel mit seinen Synagogen, Friedhöfen und Handelsplätzen war bis zum 19. Jahrhundert eine selbstständige Stadt. Die Atmosphäre ist ganz anders als in der Altstadt. Die Häuser sind zum Teil heruntergekommener, die Straßen schlechter. Nichts desto trotz sollte man Kasimierz bei einem Besuch in Krakau unbedingt besuchen!

Kasimierz Krakau
Synagoga Tempel

Kasimierz Krakau

In Kasimierz gibt es ebenso wie in der Altstadt zahlreiche Lokale und Restaurants. Zudem gibt es hier die angeblich besten Zapiekanki (eine Mischung aus Pizza und Baguette) der Stadt. Am Plac Nowy reiht sich ein Imbissstand an den nächsten. Ebenfalls an diesem zentralen Platz des Viertels findet sich das älteste Pub von Kazimierz, das Singer (Estery 20). Hier genießt man seinen Drink an alten Nähmaschinen-Tischen. Auch ausgezeichnete Burger finden sich in diesem hippen Viertel, etwa im Alchemia od Kuchni (Estery 5).

Singer Pub Krakau
Singer
Zapiekanka Kazimierz Krakau
Zapiekanka

Fabryka Schindlera

Nicht unweit von Kasimierz befindet sich das Fabriksgebäude der Deutschen Emailwarenfabrik von Oskar Schindler. Auf drei Etagen kann man sich in der Dauerausstellung „Krakau unter der Nazi-Okkupation 1939-1945“ über das Schicksal der jüdischen als auch nicht-jüdischen Stadtbewohner aber auch Oskar Schindler informieren. Die Ausstellung mit zahlreichen Originaldokumenten ist wirklich sehr interessant und empfehlenswert! Die Fabrik ist aber natürlich kein Geheimtipp, daher sollte man vor allem am Wochenende mit längeren Wartezeiten beim Eingang rechnen. Alternativ kann man sich das Ticket auch schon vorab online kaufen.

Fabryka Schindlera Krakau
Fabryka Schindlera

Fabryka Schindlera Krakau

Fabryka Schindlera Krakau
Büro Oskar Schindlers

Fabryka Schindlera Krakau

Die Salzmine Wieliczka

Eine weitere Empfehlung ist die Salzmine Wieliczka zehn Kilometer südlich von Krakau. Das Bergwerk zählt zum Unesco-Weltkulturerbe und ist ein wahrer Besuchermagnet. Hier lohnt es sich definitiv, das Ticket vorab online zu kaufen! Auf einer dreistündigen Tour durch die Mine erfährt man allerlei Interessantes zum Salzabbau sowie der Geschichte der Mine mitsamt ihren Kammern und Kapellen. Das Highlight der Führung ist definitiv die Kapelle der seligen Kinga. In der 465 m² großen und 101 Meter unter der Erde liegende Kapelle besteht von den Kronleuchtern über den Fußboden bis hin zu den Altären alles aus Salz.

Salzmine Wieliczka Krakau
Salzmine Wieliczka
Salzmine Wieliczka Kinga Kapelle Krakau
Kapelle der seligen Kinga

Salzmine Wieliczka Krakau

Salzmine Wieliczka Krakau

Salzmine Wieliczka Krakau

Wer bis zum Ende gelesen hat, merkt schon, dass mich Krakau in seinen Bann gezogen hat. Die zweitgrößte Stadt Polens ist definitiv eine Reise wert und besticht mit ihrer wunderschönen Altstadt, dem preiswerten und vor allem guten Essen sowie einem Hauch von Vergangenheit, der beim Schlendern durch die Altstadt, die etwas an die Altstadt in Prag erinnert, immer mitschwingt.

  1. Ein sehr schöner Bericht. Wir wollten 2015 nach Krakau und Breslau.
    Aber mein Rücken hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Und jetzt weiß ich auch, welche Sehenswürdigkeiten interessant sind.

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