Grote Markt in Antwerpen in Belgien
Belgien

Reisebericht: Familienfreundliche Städtereise nach Antwerpen

Belgien war bis vor Kurzem ein grauer Fleck auf meiner Karte der bereisten Länder. Als sich die Möglichkeit ergab, ein paar Tage in Antwerpen und Umgebung zu verbringen, war ich daher sofort Feuer und Flamme. Und was soll ich sagen? Belgien hat mich total überzeugt. Vier Tage lang haben wir Antwerpen und Gent erkundet, die wunderschönen Häuser und Kirchen bestaunt, Hafenviertel erkundet und belgisches Essen genossen. Was ihr bei einer Städtereise nach Antwerpen, der zweitgrößten Stadt Belgiens, unbedingt sehen müsst, verrate ich euch nachstehend.

Inhaltsverzeichnis:


Die Altstadt Antwerpens

Das historische Zentrum Antwerpens ist definitiv mein Highlight der Reise. Man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll. Denn hier reiht sich ein sehenswertes Gebäude an das nächste. Die zahlreichen Kirchen und Häuser mit ihren schönen Fassaden sind ein wahrer Hingucker. Zentrum der Altstadt ist der Grote Markt mit dem Stadthuis, den Zunfthäusern und dem Brabo-Brunnen. Gleich ums Eck befindet sich die imposante Liebfrauenkathedrale mit der Nelle & Patrasche Skulptur und ihrem bezaubernden Glockenspiel.

Ganz in der Nähe der Altstadt, direkt an der Schelde, befindet sich das älteste Gebäude Antwerpens, Het Steen. Heute ist nur mehr ein kleiner Teil der ehemaligen Burg aus dem 13. Jahrhundert erhalten, trotzdem sollte man ihr unbedingt einen Besuch abstatten. Neben einem Besucherzentrum beherbergt das Gebäude auch eine Ausstellung über die Geschichte Antwerpens und eine Panoramaterrasse.


Der Sint-Annatunnel

Um die Schifffahrt nicht zu stören, gibt es in Antwerpen keine Brücken über die Schelde. Wer ans andere Ufer will, der muss unter dem Fluss durch. Das gilt auch für Fußgänger*innen. Der Sint-Annatunnel tut, ähnlich dem Alten Elbtunnel in Hamburg, genau das. Dieser wurde in den 30er-Jahren gegraben, um die Altstadt mit den Wohnvierteln am linken Flussufer zu verbinden. Aufzüge und hölzerne Rolltreppen bringen Fußgänger*innen und Radfahrer*innen 30 Meter unter die Oberfläche. Danach spaziert beziehungsweise fährt man 500 Meter lang ans andere Ufer. Dort angekommen, genießt man einen herrlichen Blick auf die Stadtsilhouette Antwerpens.


Das Hafenviertel

Antwerpen verfügt über den zweitgrößten Hafen Europas (nach Rotterdam). Auch hierhin sollte man einen Abstecher einplanen. Rund um Eilandje, den Alten Hafen, befinden sich zahlreiche Restaurants und Cafés, die zum Genießen einladen. Und auch die Architektur kann sich sehen lassen. Die bekanntesten Gebäude sind natürlich das MAS Museum sowie das Havenhuis. Aber auch die alten Lagerhallen sowie die vor Anker liegenden Schiffe sind einen Blick wert.

Wer sich für die Geschichte Antwerpens interessiert, sollte unbedingt das MAS auf seine To-do-Liste setzen. Auf neun Etagen finden sich unterschiedliche Ausstellungen über die Stadt, den Hafen und weitere Themen. Wer, wie wir nur die Aussicht von dem 60 Meter hohen Gebäude genießen will, muss nicht einmal Eintritt bezahlen. Bequem geht es mit Rolltreppen hinauf in den 10. Stock, in dem einen eine wunderschöne Rundumsicht auf die Stadt und den Hafen erwartet.


Das Bahnhofsviertel

Egal, ob man mit dem Zug nach Antwerpen reist oder nicht, die Centraal Station ist einfach einen Besuch wert! Seine an eine Kathedrale erinnernde Kuppel ist weithin sichtbar und auch innen ist der Bahnhof mit seinen zahlreichen Skulpturen und Verzierungen ein echter Hingucker. Kein Wunder, dass er als einer der schönsten Bahnhöfe weltweit gilt. Direkt neben dem Bahnhof befindet sich der Zoo Antwerpen. Hier leben rund 5.000 Tiere, die auf einem schön angelegten Pfad durch das Gelände beobachtet werden können. Für Kinder laden außerdem zwei großzügige Spielplätze zum Entdecken ein.

In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs in der Van Wesenbekestraat befindet sich hinter einem beeindruckenden Pagodentor Chinatown. Hier reihen sich chinesische Supermärkte und Restaurants aneinander. Die Straße ist nicht sehr lange, gesehen haben sollte man sie aber trotzdem! Direkt vor dem Bahnhof befindet sich The View Antwerpen. Ein 50 Meter hohes Riesenrad mit 36 Gondeln. Von diesen hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt und erspäht mit etwas Glück sogar ein paar Tiere im Zoo.



Antwerpen vom Wasser aus

Die zweitgrößte Stadt Belgiens ist mit seinem Hafen und der Skyline mit ihren historischen Gebäuden auch vom Wasser aus sehenswert. Wer die Möglichkeit hat, sollte daher unbedingt eine Hafenrundfahrt machen. Da wir uns nicht sicher waren, ob unsere Tochter die Zeit auf dem Schiff aushält, haben wir uns für eine alternative, zugegebenermaßen sehr kurze Schifffahrt entschieden: die Fähre zwischen dem linken und rechten Ufer der Schelde. Diese fährt kostenlos zwischen der Landungsbrücke am Frederik Van Eedenplein und dem Ponton an Het Steen hin und her. Während der Fahrt hat man einen schönen Blick auf Antwerpen und kann neben dem Havenhuis und dem MAS auch die Liebfrauenkathedrale sowie weitere historische Häuser der Altstadt bestaunen.


Familientauglichkeit

Antwerpen ist ein sehr familienfreundliches Reiseziel! In nahezu allen Restaurants, die wir während unseres Aufenthalts besucht haben, gab es Hochstühle und Wickeltische und Sachen zum Zeichnen oder Spielen. Etwas anstrengend sind die zahlreichen mit Kopfstein gepflasterten Plätze und Straßen. Da wird es etwas holprig für die Kleinen im Kinderwagen. Was mir aber aufgefallen ist: Wir haben zumindest in den von uns besuchten Gegenden keine Spielplätze gesehen. Einzig vor dem MAS haben wir einen sehr kleinen Spielplatz entdeckt. Ich muss aber dazu sagen, dass wir auch nicht aktiv nach Spielplätzen gesucht haben. Von Wien bin ich es halt gewohnt, dass man viele Spielplätze sieht.


Pommes, Waffeln und Co.

Wenn man mit Kindern reist, muss es oft schnell gehen, was Essen betrifft. Daher haben wir uns immer sehr spontan und aus dem Bauch heraus für Restaurants entschieden. Die beiden bekanntesten Speisen sind natürlich Pommes und Waffeln. Beides findet man in Antwerpen zuhauf. Natürlich stehen auch noch andere Speisen auf den (fleischlastigen) Speisekarten. Und beim Essen darf man natürlich auch das berühmte belgische Bier nicht vergessen!

Folgende Restaurants und Cafés kann ich euch uneingeschränkt empfehlen:

  • Ellis Burger, Burgerkette mit mehreren Standorten
  • House of Waffles, Handschoenmarkt 17/21: süße und herzhafte Waffeln
  • San Remo, De Keyserlei 33: Pizza und Pasta
  • ToiToiToi Coffee x Culture, Lange Koepoortstraat 42: nettes kleines Café mit gutem Kaffee und herrlichem Kuchen
  • Bier Central, De Keyserlei 25: Pub mit typischen Speisen und über 300 verschiedenen Bieren
  • Storm, Hanzestedenplaats 5: kleine aber feine Speisekarte im MAS
  • Tartoer Coffee Bar, Korte Koepoortstraat 2: nettes kleines Café mit riesigen Zimtschnecken
  • Boston Steak House, De Keyserlei 55: Burger und Steaks

Inspirationsquellen

Ich liebe es, Reiseführer zu lesen. Diese nutze ich vor allem für die erste Recherche über ein Reiseziel, um einen Überblick über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu bekommen. Für Antwerpen und Gent habe ich mir Inspiration in Antwerpen Gent Brügge von Dumont (Rezensionsexemplar) geholt. Auch lasse ich mich gerne von anderen Reisenden und ihren Erfahrungen inspirieren. Weitere Tipps für Antwerpen habe ich unter anderem bei Melanie von Melly’s Reisen und Christian von fern & nah gefunden.


Antwerpen ist eine Reise wert! Die zweitgrößte Stadt Belgiens hat mich mit ihrer verträumten Altstadt auf Anhieb verzaubert. Egal ob als Städtereise oder Ausgangspunkt für eine Tour durch Belgien, Antwerpen sollte auf alle Fälle auf deiner To-do-Liste stehen.

Warst du schon einmal auf Städtereise in Antwerpen? Wenn ja, was war dein Highlight?

Auf der Suche nach weiteren Städten für einen Städtetrip? Hier wirst du fündig!

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