Buchcover 111 Gärten und Parks in Wien
Ausflüge Wien

Buchtipp: 111 Gärten und Parks in Wien, die man gesehen haben muss

Wien ist nicht nur für seine historischen Gebäude und kulturellen Highlights bekannt, sondern auch für seine zahlreichen Grünflächen. Ob weitläufige Parkanlagen, versteckte Gärten oder kleine grüne Oasen mitten in der Stadt – die Auswahl ist groß. Doch welche davon sollte man unbedingt gesehen haben? Genau dieser Frage widmet sich das im Emons Verlag erschienene Buch 111 Gärten und Parks in Wien, die man gesehen haben muss von Sabine M. Gruber.

Das Buch versammelt 111 ganz unterschiedliche Gärten und Parks in Wien – von bekannten Klassikern wie dem Burggarten, dem Botanischen Garten, dem Prater, dem Kurpark Oberlaa oder dem Lainzer Tiergarten bis hin zu weniger bekannten Orten abseits der typischen Spazierwege wie dem Arboretum, dem Reservegarten oder dem Weghuberpark. Gerade im Alltag vergisst man oft, wie viele schöne Grünräume es direkt vor der eigenen Haustür gibt – dieses Buch erinnert einen definitiv daran. Jeder Ort wird kurz vorgestellt und mit interessanten Hintergrundinfos zur Geschichte sowie Besonderheiten ergänzt. Abgerundet wird jeder Beitrag mit jeweils einem Tipp, beispielsweise zum Besuch des Ziels selbst oder zu einem empfehlenswerten Lokal in der Nähe.

Inspiration für neue Lieblingsplätze

Meiner Meinung nach ist das Buch sowohl für Wien-Besucher*innen als auch für Einheimische interessant. Während Tourist*innen einen schönen Überblick über Wiens grüne Seiten bekommen, können Wiener*innen ihre Stadt noch einmal neu entdecken. Denn obwohl ich schon lange in Wien lebe und regelmäßig in Parks unterwegs bin, habe ich einige Orte entdeckt, die mir bisher noch nicht bekannt waren. Für mich ist das Buch eine schöne Einladung, Wien bewusster zu entdecken und auch einmal neue Wege einzuschlagen. Einige Parks stehen bei mir jedenfalls schon auf der To-do-Liste. Etwa der Mensch-Tier-Friedhof in Simmering, der Rock-Park, der kleinste Park Wiens, der Sky Roofgarden mit herrlicher Aussicht oder der Wasserpark an der oberen Alten Donau.



111 Gärten und Parks in Wien: Interview mit Autorin Sabine M. Gruber

Mehr über die Entstehung des Buches und die Auswahl der Parks verrät die Autorin Sabine M. Gruber im Interview:

Wie entstand die Idee zu diesem Buch?

Eine Buch-Idee taucht scheinbar plötzlich auf und schlummert doch schon lange. Mein Interesse an diesem Thema wurde, denke ich rückblickend, in meiner Kindheit geweckt, die ich in einem Garten der 1920er Jahre verbracht habe: ein Gesamtkunstwerk mit Rosen-, Alpen- und Obstgarten, modelliert mit Hecken, Plätzen, Wegen und Hügeln. Ein wahres Paradies! Jahrzehnte später konnte ich das Entstehen und Gedeihen meines eigenen Gartens erleben. Wir haben ihn 1996 von Wilfried Kirchner anlegen lassen, einem der damals prägenden Landschaftsarchitekten in Wien, der unter anderem Donauinsel und Wienerberg geplant hat.

Nach welchen Kriterien hast du die 111 Orte ausgewählt?

Die formalen Regeln der 111-Orte-Reihe sind streng: je eine Seite Text, dazu ein Foto Hochformat oder zwei im Querformat. In diesem strengen Rahmen aber bin ich vollkommen frei. Das hat mich gereizt und bewogen, neben Romanen und Erzählungen diese besondere Art von kulturessayistischen Büchern zu konzipieren und zu schreiben. Und zu fotografieren. Die Fotos sind ja extrem wichtig. „Gärten und Parks in Wien“ ist mein fünftes Buch in der Reihe. Die Auswahl der Orte ist immer ein komplexer „Work-in-Progress“-Prozess, das Ergebnis erstaunlich unvorhersehbar. Aufspüren, Recherchieren, Entdecken, Erleben, Erwägen, Verwerfen, nach und nach Festlegen. Jeder am Ende ausgewählte Ort hat für mich etwas Einzigartiges und erzählt eine besondere Geschichte. Ganz wichtig war mir bei diesem Thema, die Atmosphäre einzufangen – jeder Garten und Park hat ja seine ganz charakteristische Aura. Ich wollte jede erdenkliche Art von Garten und Park vorstellen, die in Wien zu finden ist, quasi exemplarisch. Vom großen Landschaftspark und historischen Schlosspark bis zum Mini-Themengarten, Grätzlpark oder Innenhof, von der Gartenstadt bis zum Friedhof, Tiergarten, Weingarten und Gastgarten.

Welcher Park oder Garten hat dich während der Recherche am meisten überrascht?

Jeder. Jeder einzelne Garten oder Park hat mich auf seine Weise überrascht. Das verblüffendste für mich war die Zusammenschau. Wie sich die Gärten und Parks als Teile eines Puzzles zu einem Wien-Bild gefügt haben, wie sich beim Erforschen der Grünräume immer neue Einblicke in die Geschichte und Entwicklung einer ganzen Stadt eröffnet haben. Absolut faszinierend.

Hast du einen persönlichen Lieblingspark in Wien?

Bei meinen Streifzügen habe ich alle 111 schätzen gelernt und sehr viele lieb gewonnen. Vor allem habe ich große Achtung vor den Menschen bekommen, die diese Grünräume pflegen, bepflanzen und erhalten – einfach unglaublich, was sie leisten!

Gibt es einen Geheimtipp im Buch, den viele Wiener*innen noch nicht kennen?

Das Buch ist ja überhaupt vor allem für die Wienerinnen und Wiener gedacht. Vielen ist, denke ich, die unglaubliche Vielfalt „ihrer“ Gärten und Parks gar nicht bewusst ist – im Alltag gilt das Interesse verständlicherweise vor allem dem Grün in der Wohnumgebung. Ich hoffe, jeder Einheimische wird in diesem Buch Orte entdecken, die er noch nicht kennt, und Neues und auch Unterhaltsames über die eigene Stadt erfahren.

Welche Jahreszeit empfiehlst du besonders, um Wiens Parks und Gärten zu entdecken?

Allgemein lässt sich das schwer sagen. Es hängt von der Art der Anlage ab, von der Bepflanzung und vor allem davon, was ich dort machen möchte. Im Frühjahr sind alle Gärten und Parks attraktiv, schon deshalb, weil wir ausgehungert nach Natur sind, nach Grün, nach Farben, nach Düften. Schattige Parks mit Wäldern und mit Wasser gewinnen im Sommer an Anziehungskraft. Und im Herbst entfalten wieder andere Grünräume ihre besonderes Schönheit.

Hast du Wien durch die Recherche noch einmal neu kennengelernt?

Ja, auf jeden Fall – neu und gründlich. Man könnte sogar sagen: Obwohl ich in Wien studiert und gelebt habe und ganz in der Nähe wohne, habe ich die Stadt in diesen letzten zwei Jahren überhaupt erst richtig kennengelernt.

Gibt es einen Ort, der es leider nicht mehr ins Buch geschafft hat?

Manche Orte, die ich gern vorgestellt hätte, habe ich als „Tipp“ erwähnt. Andere können nicht im Buch sein, weil nicht öffentlich zugänglich. Und bestimmt habe ich manche womöglich noch gar nicht entdeckt.

*Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Emons Verlag zur Verfügung gestellt.

 

Welcher ist dein liebster Garten beziehungsweise Park in Wien? Verrate mir deinen Tipp gerne in den Kommentaren!

 

 

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