Kals am Großglockner
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Reisebericht: Wanderurlaub in Osttirol

Schön, schöner, Osttirol! Noch immer gerate ich ins schwärmen, wenn ich an unseren Wanderurlaub in Osttirol denke. Osttirol liegt für uns Wiener zwar nicht ums Eck, die längere Anreise lohnt sich aber. Wer sich für die Fahrt über Kärnten entscheidet, dem kann ich auch einen Zwischenstopp am Wörthersee empfehlen. Aufgrund der Entfernung und um die Natur wirklich genießen zu können, sollte man meiner Meinung nach einen Aufenthalt von mindestens vier Nächten einplanen.

Wir haben eine Woche lang die „Hauptstadt“ Lienz sowie die umliegenden Berge (und Hütten) erkundet. Hier verrate ich euch meine Tipps für einen Wanderurlaub in Osttirol.


Inhaltsverzeichnis:


Südliches Flair in Lienz

Lienz haben wir eigentlich nur aufgrund seiner zentralen Lage als unseren Ausgangspunkt gewählt. Denn sowohl in die Lienzer Dolomiten als auch in den Nationalpark Hohe Tauern ist es von dort nicht weit. Bereits nach kurzer Zeit hat sich Lienz aber als weit mehr als ein bequemer Stützpunkt für unseren Urlaub in Osttirol herausgestellt. Die Stadt ist mit ihrem südlichen Flair, ihren kleinen Shops und der großen Auswahl an einladenden Restaurants nämlich ebenfalls ein Highlight!

Hauptplatz in Lienz in Osttirol

Rathaus in Lienz

Straße in Lienz

Hauptplatz in Lienz in Osttirol

Wer Zeit hat, dem kann ich einen Spaziergang zum Schloss Bruck empfehlen. Geöffnet hat dieses zwar nur von Mittwoch bis Sonntag, das Bauwerk ist aber auch von außen sehr sehenswert. Von Schloss Bruck aus kann man auch hinauf zur Moosalm wandern, die Ausgangspunkt für weitere Wanderungen, etwa zum Hochstein oder dem Bösen Weibele, ist. Auf der Moosalm gibt es zudem auch einen Streichelzoo, einen Klettergarten sowie eine Sommerrodelbahn – das perfekte Ausflugsziel für Familien also. Wer nicht zu Fuß hinaufgehen will, der erreicht die Moosalm übrigens auch mit der Schlossbergbahn.

Beim Bummeln durch die Altstadt von Lienz sollte man auf alle Fälle dem Hauptplatz, der Rosengasse und dem Johannesplatz einen Besuch abstatten. Für den kulinarischen Genuss empfehlen kann ich La Taverna, das Gösser Bräu im Alten Rathaus, das Adlerstüberl, die Pizzeria Aurora, die Tapas Bar Himmelblau und das Altstadthotel Eck. Ausgezeichneten Kaffee gibt es im Mocafe direkt an der Isel.

Schloss Bruck in Lienz

Schloss Bruck in Lienz


Wanderung zu den Neualpseen

Berge und Seen sind für mich die perfekte Kombination. Als ich kurz vor unserer Reise nach Osttirol zufällig ein Bild über die Neualpseen gesehen habe, war klar, die Wanderung muss auf die To-do-Liste!

Die Wanderung im Detail:

Ausgangspunkt: Bergstation Gondel Zettersfeld in Lienz
Länge: 12 Kilometer
Aufstieg / Abstieg: 660 Höhenmeter

Los geht es bei der Talstation der Zettersfeld Gondel. Diese bringt einen innerhalb kurzer Zeit und mit einem herrlichen Blick auf Lienz hinauf auf 1.800 Meter Seehöhe. An der Bergstation hat man dann zwei Möglichkeiten: Entweder man fährt mit dem Sessellift weiter hinauf und verkürzt die Wanderung (mein Tipp für Familienausflüge) oder man wandert von der Bergstation los in Richtung Neualpseen. Wir entschieden uns für Variante zwei und folgten der Straße in Richtung Rottmann Alm. Von dort geht es über den Weg 9A hinauf über saftig grüne Almwiesen und an Kuhherden vorbei.

Blick von der Gondel auf Lienz in Osttirol

Almwiese

Blume

Auf Höhe der Bergstation Steinermandl geht es weiter über den Weg 913 in Richtung Goiselemandl. An einigen Stellen sind hier Schwindelfreiheit und Trittsicherheit gefragt. Alles in allem ist der Weg aber gut zu meistern. Anstrengend ist es aber schon, immerhin werden hier insgesamt rund 660 Höhenmeter überwunden. Nach rund 2,5 Kilometern erreicht man die in einer Senke liegenden Neualpseen. Leichter Regen und Nebel verliehen dem Ort bei unserem Besuch eine ganz besonders mystische Atmosphäre.

Goiselemandlweg Neualpseen

Schafe

Nach zahlreichen Bildern und einer kurzen Rast geht es über den Goiselemandlweg (Weg 34) und im Anschluss dem Weg 33 zurück in Richtung Bergstation Steinermandl. Dort angekommen lohnt sich eine Stärkung im Panoramarestaurant Steinermandl (der einzigen Hütte am Weg). Danach kann man entweder mit dem Sessellift hinunterfahren oder man folgt der Schotterstraße hinunter zur Gondel. Mit dieser geht’s dann wieder zurück hinunter nach Lienz.

Fazit: Eine tolle, aber auch anstrengende Wanderung! Belohnt wird man mit einer atemberaubenden Landschaft und mystischem Flair.

Neualpseen in Osttirol

Neualpseen

Steinturm bei den Neualpseen


Wanderung zur Karlsbader Hütte

Die Tour zur Karlsbader Hütte ist eine der bekanntesten und daher auch meistbesuchsten Osttirols beziehungsweise der Lienzer Dolomiten. Zu Recht, denn die idyllische Wanderung ist etwas für die ganze Familie!

Die Wanderung im Detail:

Ausgangspunkt: Dolomitenhütte
Länge: 8,4 Kilometer
Aufstieg / Abstieg: 650 Höhenmeter

Ausgangspunkt für die Wanderung zur Karlsbader Hütte ist die Dolomitenhütte am Ende der mautpflichtigen Dolomitenstraße. Je früher man bei Schönwetter am Parkplatz ist, desto besser. Denn hier ist wirklich einiges los. Von der imposant auf einem Felsvorsprung thronenden Dolomitenhütte führt eine Schotterstraße hinein in die Lienzer Dolomiten. Kurz nach der Innsteinkapelle steht man vor der Wahl. Entweder man bleibt auf der leicht zu gehenden Schotterstraße, oder man folgt dem etwas steileren und direkteren Weg, der die Schotterstraße einige Male quert. Ein Wechsel auf den weniger anstrengenden Weg ist also ein paar Mal möglich.

Dolomitenhütte in den Lienzer Dolomiten

Wanderweg zur Karlsbader Hütte in Osttirol

Weg zur Karlsbader Hütte

Ausblick von der Karlsbader Hütte

Angekommen im sogenannten Laserzkessel sieht man sein Ziel dann vor sich: die Karlsbader Hütte auf einer Seehöhe von 2.260 Metern. Bis dahin muss man aber schon noch einige Meter zurücklegen. Auch hier kann man zwischen der Schotterstraße und einem Weg über die Almwiese wählen. Bevor ihr es euch in der Hütte gemütlich macht, solltet ihr unbedingt noch dem wunderschönen Laserzsee dahinter einen Besuch abstatten. Ein herrliches Fotomotiv, oder?

Auf der Terrasse der Karlsbader Hütte wird man nicht nur mit herrlichen Schmankerln, sondern auch einem atemberaubenden Ausblick auf die Bergwelt Osttirols belohnt. Über denselben Weg geht es dann wieder zurück zur Dolomitenhütte, die ebenfalls einen Besuch wert ist.

Fazit: Herrliche Landschaft, ein nicht zu anstrengender Weg, eine super Aussicht und gutes Essen – die Wanderung zur Karlsbader Hütte kann ich uneingeschränkt empfehlen!

Karlsbader Hütte in Osttirol

Laserzsee in Osttirol

Ausblick von der Karlsbader Hütte

Wanderweg Karlsbader Hütte



Wanderung zur Stüdlhütte

Nirgends kommt man dem höchsten Berg Österreichs näher als in Kals am Großglockner. Alle, die den 3.798 Meter hohen Berg bezwingen wollen, brechen von hier aus auf. Ihr Weg führt sie auch zur Stüdlhütte, die auch für alle, die keine Großglocknerbesteigung im Sinn haben, ein wunderschönes Wanderziel ist.

Die Wanderung im Detail:

Ausgangspunkt: Parkplatz beim Lucknerhaus
Länge: 10,8 Kilometer
Aufstieg / Abstieg: 884 Höhenmeter

Vom Parkplatz wandert man neben dem Ködnitzbach auf dem Weg O2B in Richtung Lucknerhütte hinauf. Hier wird man nicht nur von der herrlichen Umgebung (die Landschaft erinnerte mich etwas an das Yosemite Valley im Yosemite Nationalpark in den USA) in seinen Bann gezogen, sondern auch von den Murmeltieren, die man pfeifen hört und mit etwas Glück auch sieht.

Kals am Großglockner in Osttirol

Falter

Nach dem genießen der Aussicht auf der Terrasse der Lucknerhütte geht es über einen Steig in zahlreichen Serpentinen hinauf in Richtung Stüdlhütte. Anfangs noch zwischen Blumen und saftigen Wiesen, bald aber schon zwischen schroffen Felsen. Bei Schönwetter hat man hier einen tollen Blick auf den Großglockner.

Kals am Großglockner

Wasserfall

Wanderung zur Stüdlhütte

Das Ziel hat man bei dieser Wanderung allerdings nie vor Augen, da sich die futuristische Hütte gut hinter den Felsen versteckt. Nach knapp drei Stunden wird man aber erlöst (hier bewältigt man immerhin über 800 Höhenmeter) und erreicht die Stüdlhütte, die auf sage und schreibe 2.802 Metern Seehöhe liegt. Auf der Terrasse kann man dann bei klassischem Hüttenessen die Höhenluft genießen. Danach wandert man wieder über den schon bekannten Weg über die Lucknerhütte zurück zum Parkplatz beim Lucknerhaus.

Fazit: Eine landschaftlich beeindruckende Wanderung, die einem sicher lange im Gedächtnis bleiben wird!

Stüdlhütte in Osttirol

Ausblick von der Stüdlhütte in Osttirol

Ausblick von der Stüdlhütte in Osttirol


Wanderung zur Wangenitzseehütte

Gleich zwei Bundesländer und zwei Bergseen besucht man bei der Wanderung zur Wangenitzseehütte in der Schobergruppe. Nämlich Tirol und Kärnten sowie den Kreuz- und den Wangenitzsee. Bevor man die idyllischen Seen aber zu Gesicht bekommt, muss man erst einmal 930 Höhenmeter überwinden – aber es lohnt sich!

Die Wanderung im Detail:

Ausgangspunkt: Parkplatz Seichenbrunn
Länge: 9,6 Kilometer
Aufstieg / Abstieg: 930 Höhenmeter

Los geht’s beim Parkplatz Seichenbrunn. Allein die Fahrt dorthin ist schon ein kleines Abenteuer. Über eine Forststraße geht es kilometerlang vorbei an Almen und durch Wälder. Mehr als einmal fragt man sich, ob da wirklich noch ein Parkplatz kommt.

Vom Parkplatz aus, von dem man übrigens auch zur Lienzer Hütte (1.974 Meter Seehöhe) wandern kann, folgt man dem Weg 939 in den Wald und hinauf auf eine herrliche Almwiese. Stetig geht es von hier in Kehren hinauf. Von den Seen und der Wangenitzseehütte fehlt jede Spur. Bald wird einem klar, dass sich die Ziele der Wanderung erst offenbaren, wenn man die steile Untere Seeschafte (2.533 Meter Seehöhe) überwunden hat.

Alm Schobergruppe

Ausblick bei der Wanderung zur Wangenitzseehütte

Blume

Aufstieg zur Wangenitzseehütte in Osttirol

Der schweißtreibende Aufstieg lohnt sich aber. Denn oben angekommen wird man mit einem herrlichen Blick auf die beiden Seen und die Hütte belohnt! Hier überschreitet man auch die Grenze zu Kärnten und folgt dann leicht bergab dem Weg zwischen den beiden Seen zum Ziel der Wanderung: der Wangenitzseehütte. Auch hier erwarten einen verlockende Schmankerl sowie ein toller Blick auf die umliegenden Gipfel. Der Rückweg gestaltet sich auch hier wie der Aufstieg.

Fazit: Eine anstrengende, aber wunderschöne Wanderung, auf der auch viel weniger los ist als den anderen beschriebenen Wegen.

Wanderung zur Wangenitzseehütte

Wangenitzsee in Osttirol

Wangenitzsee in Osttirol

Wangenitzsee mit Wangenitzseehütte


Schön, schöner, Osttirol!

Diese Ecke Österreichs hat mich in seinen Bann gezogen! Viel zu schnell sind die Tage in den Bergen vergangen. Langweilig wird einem hier sicher nicht. Die Kombination aus Bergen und Stadt war zu 100 Prozent die richtige Entscheidung. Dank der Vielzahl an Sport- und Freizeitmöglichkeiten fällt die Auswahl wirklich schwer, hier ist definitiv für jeden etwas dabei. Ich komme bestimmt wieder, auf meiner To-do-Liste stehen nämlich noch ein paar Wanderungen (z. B. der Gletscherweg Innergschlöss, der Hochstein, das Böse Weibele etc.). Also, auf nach Osttirol!

Warst du schon einmal in Osttirol? Wenn ja, was waren deine Highlights?

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Aussicht am Grand Canyon

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5 Kommentare

  • Leonie Schubert

    Vielen Dank für die Einblicke in diesem Beitrag. Ich überlege bereits seit Längerem einen Wanderurlaub zu machen. Allerdings habe ich mich bisher nicht getraut, aber vielleicht wird es doch Zeit über meinen Schatten zu springen. Einige Tageswanderungen habe ich schon gemacht und das hat mir immer große Freude bereitet. Es wäre toll, wenn mich eine Freundin begleitet.

  • Esther Holten

    Wir würden auch gerne einen Wanderurlaub planen. Unsere Präferenz ist auch Österreich wegen seiner schönen Natur. Gut zu wissen, welche Städte wir nicht verpassen sollten!

  • Merlyn

    Osttirol wird unbedingt unser nächstes Reiseziel sein! Dein Beitrag, die Bildern und diese tolle Mischung von Bergen und Städten gefällt mir sehr! Ich habe so ein Gefühl, dass ich mal im Instagram nächsten Sommer auch Fotos aus Urlaub da posten werde.

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